Das Debüt von Martina Straten – von der Radiomoderatorin zur Autorin

Kann das Saarland was? Und erst recht eine saarländische Autorin, die ihren Thriller in dem kleinen beschaulichen Bundesland spielen lässt?

Das ist doch insgeheim die Frage die sich alle – außer vielleicht der saarländische Leser – stellen.

 

In Weiss, weiss, Totenkreis geschehen zunächst noch zusammenhanglos im ganzen Land Morde. Für Kommissarin Franziska Merten ist schnell klar, dass es sich um einen Serienmörder handelt. Lange haben sie und ihr Kollege Armin Kühn keine Spur, doch am Ende ist es – in meinen Augen- total logisch wer der Mörder war. Also eine total nachvollziehbare Geschichte, bei der das Ende nicht an den Haaren herbeigezogen wirkt.

Franziska Merten geht hier auf eine Reise, die mit Hürden gespickt ist, die sie an ihre Grenzen stoßen lässt, sie aber umso mehr als einen sympathischen Menschen darstellt. Es lohnt sich sie kennen zu lernen und den Weg mit ihr zu gehen.

 

Und dann ist es auch noch das erstes Buch?

Da ich ihr Buch mit einem kritischen Auge gelesen habe, bin ich über ein paar Kleinigkeiten gestolpert, die man evtl. etwas hätte erklären können. Allerdings konnte ich darüber bei dieser spannenden Inszenierung wegsehen. Der Schreibstil war insgesamt ganz gut, wobei mir des Öfteren einige Wiederholungen von Namen oder Orten ein bisschen zu viel waren. Aber ich finde einem Erstlingswerk kann hier durchaus verziehen werden – hat es meinen Lesefluss doch nicht erheblich gestört.

 

In meinen Augen ist das Buch besonders für einen Saarländer ein echtes Bonbon. Martina Straten schafft es saarländischen Dialekt, Gerichte und sogar das unter Saarländern altbekannte Stauproblem zwischen ihre Mordserie einzubauen. Diese Kleinigkeiten lösten bei mir durchweg ein kleines Schmunzeln aus.

Allerdings bedeutet das nicht, dass ein Nicht-Saarländer die Sprache nicht versteht und sich in dem Dialekt verliert. Auch die Leser aus den (unwesentlich) größeren Bundesländern profitieren von den Legenden aus dem Saarland, die tatsächlich auf wahren Geschichten beruhen.

 

Auch lässt Martina Straten es sich nicht nehmen Gesellschaftskritik auszuüben. Nicht nur mir fiel es schwer diese Episoden, die in der Vergangenheit spielen, zu lesen, die Autorin selbst gibt zu, es war hart sie zu schreiben. Umso wichtiger ist es über dieses Thema nicht zu schweigen! Um was es genau geht? Lest es selbst! 🙂

 

Für dieses Buch werden starke Nerven gebraucht, allerdings nicht wegen schlechten Inhalts, sondern sehr blutigen, detaillierten Szenen.

 

Martina Straten schafft es in ihrem Buch vieles zu vereinen: ein Portion Gänsehaut, viele saarländische Legenden, ein Schmunzeln auf den Lippen und etwas fürs Herz.